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 Pastor Redis Weihnachtsandacht

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Redöderich



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BeitragThema: Pastor Redis Weihnachtsandacht   Mi Dez 23, 2009 12:53 pm

Hier nun, was schon eine kleine Tradition geworden ist, "Pastor Redis WoW-Weihnachtsandacht". Für alle, die sie gerne lesen möchten - aber natürlich ist niemand dazu gezwungen. Das möchte ich nur für diejenigen anmerken, die schon auf dem Sprung sind, um wegen vermeintlicher religiöser Vergewaltigung vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen :-)

Deshalb die ausdrückliche Warnung: Weiterlesen auf eigene religiöse Gefahr!

In WoW steht die Entscheidung unmittelbar bevor: Die Truppen haben zum Sturm auf die Eiskronenzitadelle des Lichkönig angesetzt. Zwar müssen wir voller Ungeduld warten, bis ein Boss nach dem anderen freigeschaltet werden wird, aber irgendwann wird es so weit sein - wir werden vor dem Lichkönig stehen, und es bedarf nicht allzu viel Fantasie, um voraussagen zu können, dass dieser grausame Herrscher bald ins Jenseits befördert werden wird. Die Welt von Azeroth wird den Tyrannen los sein.

Derzeit sind eigentlich die meisten von uns fast täglich in den drei neuen Instanzen unterwegs. Und wer dort nicht nur auf die Kämpfe und auf die Beute wartet, sondern sich auch einmal die Mühe macht, den ganzen Unterhaltungen zuzuhören (ja, ich weiß, manchmal müsste man dafür Schmerzensgeld verlangen), der wird merken, dass auch der Tod des Lichkönigs keine endgültige Lösung bringen wird. Denn Arthas hat zugleich eine wichtige Funktion: Er ist der einzige, der verhindern kann, dass die Geißel ganz Azeroth vernichten wird. Das wenige Gute, welches noch in ihm ist, sorgt dafür. Wenn er einfach umgebracht wird, würde man damit Azeroth zum Untergang verurteilen.

Deshalb ist es klar: Nach dem Tod von Arthas wird es einen neuen Lichkönig geben müssen. Man sucht nach einer Gestalt, die eine "reine Seele" hat, damit sie diese Macht nicht erneut missbrauchen wird, sondern ein Zeitalter des Friedens für Azeroth bringen wird. Derzeit scheint unser Hordenkönig Thrall der heiße Anwärter für diesen Job zu sein, es wird ja bereits ein neuer Anführer der Horde aufgebaut.

Aber man braucht kein Prophet zu sein, um voraussagen zu können: Auch der neue Lichkönig wird Azeroth nicht zu einer Welt des Friedens machen. Sonst könnten wir ja alle unseren Account kündigen. Nur noch angeln wäre etwas langweilig.

Auch der neue Lichkönig wird also diese Erwartungen enttäuschen. Kein menschlicher Herrscher (fassen wir mal alle Humanoiden unter diesen Begriff) kann ein Zeitalter des Friedens bringen. Jeder wird seine Macht über kurz oder lang missbrauchen.

Eine Erfahrung, die wir auch immer wieder im "Real Life" machen müssen. Gelegentlich gibt es solche Lichtgestalten, denen viele zutrauen, aus unserer Welt einen besseren Ort zu machen, und immer wieder werden diese Erwartungen enttäuscht. Ein aktuelles Beispiel ist die Entzauberung von Barack Obama (entzaubern nicht im Sinn von "ein Item dissen"**). Was für Hoffnungen hat dieser Mann vor seinem Amtsantritt in der Welt geweckt, wie viele Leute haben echte Schritte zum Frieden von ihm erwartet, man hat ihm sogar schon als Vorauszahlung den Friedensnobelpreis verliehen - aber auch Thrall, äh, will sagen, Obama konnte dem nicht gerecht werden; mit jeder neuen Rede von ihm zum Thema Afghanistan werden die Gesichter seiner Anhänger länger.

Mich hat das nicht sonderlich überrascht. Für alle, sei es nun Obama oder Arthas oder Thrall, gilt das, was ein altes Kirchenlied so ausdrückt:

"Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren
und kehren um zu ihrem Staub.
Ihre Anschläge sind auch verloren,
wenn nur das Grab nimmt seinen Raub.
Weil denn kein Mensch uns helfen kann,
rufe man Gott um Hilfe an. "(EG 303,2)

Den Gott der Bibel, wohlgemerkt, nicht Elune oder sonst eine Pappfigur.

Aber wird er uns helfen? Wird er uns einen Herrscher schicken, der anders ist, der wirklich für Frieden sorgt?

Bereits rund 700 Jahre vor dem Kommen Jesu Christi hat der Prophet Jesaja Folgendes angekündigt (aus Jesaja 9):

"Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. (...)
Die Soldatenstiefel, die beim Marschieren so laut dröhnen, und all die blutverschmierten Kampfgewänder werden ins Feuer geworfen und verbrannt.
Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn "Wunderbarer Ratgeber", "Starker Gott", "Ewiger Vater", "Friedensfürst".
Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Wie sein Vorfahre David herrscht er über das Reich, festigt und stützt es, denn er regiert bis in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit. Der Herr, der allmächtige Gott, sorgt dafür, er verfolgt beharrlich sein Ziel."

Und die Christen sind davon überzeugt: In Jesus Christus hat sich diese Prophezeiung erfüllt, er ist das göttliche Kind, welches als der künftige Friedensherrscher in unsere Welt gesandt worden ist.

Das also feiern wir an Weihnachten – dass dieser göttliche Herrscher geboren worden ist, der Friedenskönig.

Nun mag man natürlich einwenden: Wenn er das wirklich ist - warum ist dann unsere Welt noch kein besserer Ort geworden? Denn zur Zeit kann man von unserer Welt nicht sagen, dass sie ein Platz des Friedens geworden wäre. Sie ist mindestens genauso unsicher wie Tausendwinter kurz vor einer Schlacht, wo ein friedlicher Allie nicht einmal angeln kann, ohne befürchten zu müssen, im nächsten Augenblick von einem bösen Taurenjäger aus dem Hinterhalt einen über den Otto zu bekommen.

Das kann man relativ leicht beantworten. Der Kampf des Friedenskönigs Jesus Christus gegen das Böse in der Welt ist ein Bosskampf mit mehreren Phasen.

Die erste Phase begann mit der Geburt von Jesus Christus vor 2000 Jahren. Es war die Phase seines irdischen Daseins. Darin hat er den Grundstock für alles gelegt. Zum einen durch seine Verkündigung, zum anderen durch das, was er für die Menschen gemacht hat: Er ist sogar für uns ans Kreuz gegangen, um die Strafe für unsere Sünden auf sich zu nehmen, und drei Tage später wieder auferstanden, damit auch seine Gläubigen die Chance haben auf Auferstehung und das ewige Leben in Gottes Paradies.

Mit seiner Himmelfahrt und Pfingsten begann die zweite Phase in diesem Bosskampf. Jesus Christus herrscht bereits, aber noch im Verborgenen. Er regiert nicht mit äußerer Macht, sondern möchte die Herzen der Menschen für sich gewinnen. So sammelt er sich Leute für sein künftiges ewiges Reich.

Wohlgemerkt: Es ist keine "Prüfung des Kreuzfahrers", in der es darum geht, die Kampfkraft der Leute zu testen, um eine Elitetruppe für den Kampf zusammenzustellen. Denn alle irdische Macht kann, wie bereits gesehen, keinen Frieden auf Dauer bringen. Stattdessen möchte er eben die Herzen der Menschen erreichen. Nur wenn wir Menschen uns von innen heraus ändern, gibt es überhaupt eine Chance für eine andere Welt.

Denn das Problem sind nicht ein paar durchgeknallte Herrscher, das Problem sind wir selbst. Der Unfrieden in unseren Herzen, die Bereitschaft, Böses zu tun. Das merkt man auch in unserem Spiel. Jetzt ziehen wir gegen Arthas in den Krieg - aber als sein Amoklauf begonnen hat mit der Ausmerzung der Menschen in der Stadt Stratholm und Uther mit seinen Paladinen sich zu Recht geweigert hat, bei dieser Gewalttat mitzumachen, haben wir alle schon ohne jedes Bedenken Arthas geholfen bei seinem Mordzug durch die Stadt.

Deshalb möchte Jesus in der aktuellen Phase des Bosskampfes die Menschen innerlich für sich gewinnen. Dass sie ihn als ihren Herrn und Meister annehmen und er dann beginnen kann, sie von innen her zu verändern.

Die Bibel sagt: Wenn einer von Gott festgesetzte Zahl von Menschen für die Sache Jesu gewonnen sein werden, dann wird die dritte Phase des Bosskampfes beginnen. Dann wird das Böse in der Welt einen letzten verzweifelten Versuch unternehmen, die endgültige Herrschaft zu erringen. Aber vergeblich - denn Jesus selbst wird dann sichtbar in unsere Welt zurückkehren. Am so genannten Jüngsten Tag. Dann wird unsere bisherige Welt zu Ende gehen, und die neue Welt Gottes anbrechen. Auf ihr werden alle, die sich für Jesus Christus entschieden haben, für immer ein paradiesisches Leben führen, mit ihm selbst in der Mitte.

Das wird dann ein ewiges Friedensreich sein. Im Buch der Offenbarung heißt es: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der vorige Himmel und die vorige Erde waren vergangen, und auch das Meer war nicht mehr da. Ich sah, wie die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag. Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: "Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei."

Und wann wird das sein? Wann wird die dritte Phase anbrechen?

Da kam euch weder Deadly Boss Mods noch Big Wigs etwas helfen - dafür gibt es keinen Timer, jedenfalls keinen, den wir Menschen sehen könnten. Gott allein weiß, wann dies geschehen wird.

Beim Kampf gegen Arthas werden wir wohl alle dabei sein. Aber auch dann, wenn die neue Welt Gottes anbrechen wird?

Das hängt allein von jedem von euch ab. Die Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus oder ohne ihn liegt allein in der Hand eines jeden einzelnen. Und damit auch sein weiteres Schicksal.
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